Das dreitägige Festival BEYOND THE FRAME erkundet Rahmungen und Grenzen in künstlerischer, gesellschaftlicher, ästhetischer, ethischer und politischer Hinsicht. Medien-übergreifend macht es sich das Festival zur Aufgabe, nicht in den Rahmungen der Genres zu denken sondern diese ausgreifen zu lassen, so werden bewegte Bilder vertont, Skulpturen und Ausstellungen performativ bespielt und musikalische Interventionen auch bildlich anschaubar.
Initiatoren Gruppe km/h [Kulturmanagement heute] in Kooperation mit dem Porgy & Bess.
Programm:
Eröffnung der Ausstellung durch den Posaunisten Bertl Mütter
Der Posaunist Bertl Mütter wird die Besucher_innen in einer musikalischen Intervention durch die Ausstellungspunkte führen und dabei musikalisch die Objekte der Ausstellung bespielen und vorstellen.
The Role of Fear, Chapter I: From Crime to Art /art & movie
E. S. Mayorga
In kurzen, flackerhaften Bildern setzt E. S. Mayorga in „The Role of Fear, Chapter I: From Crime to Art“ biografische Bezüge mit Auszügen aus Horror-B-Movies in Zusammenhang. Der Film ist der erste Teil zu seiner künstlerischen Autobiografie, die die Grenzen zwischen Gewalt im Film und Gewalt in der Alltagsrealität verwischt. Die B-Movies der 1980er Jahre wirken in Zusammenhang mit home-made-Videos erster sexueller Erfahrungen und dokumentarischem Videomaterial von Gewaltverbrechen in Mexico City nahezu wie Slapstick.
Work on YOUR fuckin´frame! /art
space ensemble – Braunschweig
In der Videoskulptur >>Work on YOUR fuckin´ frame!<< zeigt das space ensemble die Verhandlung der Grenze des eigenen Kunstwerks. Sowohl das Erstellen als auch das Rezipieren von Kunst ist immer auch ein Prozess des Suchens, Findens und Neudefinierens von Grenzen. Mit der gezeigten Arbeit lassen die Künstler_innen die Rezipierenden an diesen Prozessen des „Reframings“ teilhaben, die der gezeigten Arbeit zu Grunde liegen.
Bert Bricht /live comic session
Bertram Könighofer
Bertram Könighofer wird in einer live Comic Session die Public Domain des Porgy & Bess besetzen. Die Grenzen von Atelier und Showroom verschwinden – der künstlerische Prozess wird live erfahrbar. Die Werke werden nach der Eröffnung bis 6.7.2015 ausgestellt bleiben.
soundprojektor /silent movies & live music
Andreas Olszewski (Elektronik, Percussion)
Bertl Mütter (Posaune)
Christoph Gruber (E-Gitarre, Effektgeräte)
Lukas Kranzelbinder (Kontrabass)
Rudolf Wakolbinger (Komposition)
Tini Trampler (Sprecherin)
Toce Orges (Ciftelia)
DJ-Set: DWD
Im soundprojektor nähern wir uns dem Thema des Intimen als Voyeure. Dabei blicken wir aus unserer zeitgenössischen Lesart in die erotische „Darbietung“ aus dem frühen 20. Jahrhundert und betrachten Kurzfilme der Saturn Filmproduktion für den Herren und erotische Literatur für die Dame. Diese stummen Zeugnisse der damaligen Erotik werden live vertont und dabei mit der Ästhetik der Gegenwart in Berührung gebracht.
Kalafat – Sevdah-Musik aus Mostar /live music
Gabrijel Prusina (Piano)
Vladimir Mićković (Gesang)
Marko Jakovljević (Kontrabass)
Die aus Bosnien stammenden Musiker Vladimir Mićković und Gabrijel Prusina und Marko Jakovljević präsentieren ihre packenden Sevdah-Lieder. Als ein melopoetisches Genre trägt Sevdah-Musik vielfältige Spuren in sich und umfasst ein enormes Repertoire an musikalischem Ausdruck.
unsexy movements /dance performance
Waltraud Brauner
UN/SEXY MOVEMENTS macht sich auf die Suche nach Gesten, die sich nicht eindeutig einordnen lassen: Wann ist etwas sexy, wann weniger? Insbesondere dann, wenn davon ausgegangen werden muss, dass diese Kategorien ja selbst schon paradox sind. Was als „Sexiness“ verstanden wird, ist stark subjektiv. „Sexiness“ ist selbst als Begriff paradoxerweise selbst durchaus auch „abtörnend“. Wem was gefällt, ist meist auch von den individuell verschiedenen (sexuellen) Vorlieben abhängig. Gleichzeitig gibt es dennoch einen gewissen Kanon, der in der Gesellschaft sehr ausdifferenziert zu sein scheint, was schlichtweg als sexy gesehen wird und was in das Gegenteil schlittert.
God is a DJ – Denn nur Musik heilt meine Wunden
Eine Nietzsche-Erfahrung /philosophy
Stefanie Hellmann (Schauspielerin) & Wolfgang Buschlinger (Philosoph)
Nietzsches Philosophie ist so anders als jede andere, weil er sich strikt allem verweigert, was dem Abendland heilig ist. Seine eigene weltanschauliche Bleibe findet er in seiner musikalisch-tragischen Weltauffassung. Erleben Sie diese Weltauffassung in Originaltexten, Kommentaren und Musik. Erfahren Sie, warum für Nietzsche die Welt der Musik die einzig bedeutsame Welt ist, eine Welt im übrigen, in der auch der tote Gott seinen Platz hätte. Und zwar als DJ.